Der Wasserbedarf in der Schweiz sinkt

Entwicklung des täglichen Trinkwasser-Verbrauchs in der Schweiz seit 1945

Der gesamte Trinkwasserverbrauch pro Kopf ist in der Schweiz rückläufig. Trotz stetiger Bevölkerungszunahme hat er sich seit Ende der 90er Jahre um über 100 Liter pro Person und Tag verringert und beträgt heute noch gut 300 Liter. Im eigenen Haushalt selber werden aktuell lediglich 142 Liter pro Person benötigt. Zählt man den Wasserverbrauch am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in den Ferien dazu, ergeben sich über die gesamte Bevölkerung gemittelt rund 162 Liter pro Person und Tag.

Diese Entwicklung ist auf die Verbreitung von Wasserspartechnik in den Haushalten zurückzuführen. Spül- und Waschmaschinen sind viel effizienter geworden und in Bad und Küche finden sich immer mehr wassersparende Armaturen. Verschiedene Industriezweige haben zudem ihre Produktionsstätten und damit einen Teil ihres Wasserverbrauchs ins Ausland verlegt, was zum tieferen Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz selber beiträgt (virtuelles Wasser).

Durch moderne Leckortung und systematischen Netzunterhalt konnten zudem die Wasserverluste im Verteilnetz eingedämmt werden.

Haushaltsverbrauch in der Schweiz

  

Dusche, Bad und Toilette machen über 50% des Wasserverbrauchs im Privathaushalt aus

   

Wo verbrauchen wir am meisten Wasser?

WC-Spülung an erster Stelle

Wird der Wasserverbrauch nach Anwendungen aufgeteilt, kommt Erstaunliches zu Tage: Die Toilettenspülung ist zwar seit 1997 rückläufig, ist aber mit über 40 Litern pro Person und Tag mit Abstand der grösste Wasserschlucker im Haushalt. Die Schweizer Bevölkerung scheint sehr hygienebewusst zu sein. Duschen und Baden folgt mit 36 Litern an zweiter Stelle.

Eindrücklich ist der Rückgang des Wasserverbrauchs auch bei Waschautomaten. Durch neuere Techniken konnte der Verbrauch um einen Drittel auf 17 Liter pro Einwohner und Tag gesenkt werden. Der Wasserverbrauch des Geschirrspülers hingegen bewegte sich schon 1997 in einem Bereich von 3-4 Litern und hat sich seither kaum verändert. Leicht abgenommen auf 22 respektive 16 Liter hat hingegen der Wasserverbrauch an Küchenspültisch und Lavabo. 

Wasser sparen?

Nachteile des Wassersparens

Wir nutzen das Trinkwasser vielseitig. Einerseits ist es ein Getränk und dient als Grundlage zum Kochen, anderseits wird es für hygienische Zwecke wie Waschen, Duschen, Baden und Zähneputzen benutzt. Ausserhalb des Hauses wird Trinkwasser für das Giessen des Gartens, für den Swimming-Pool, das Waschen des Autos etc. eingesetzt. Gleichzeitig muss die Wasserversorgung auch genügend Wasser für die Brandbekämpfung bereitstellen.

Aus diesem Grund benötigt die Wasserversorgung ein Mindestmass an Wasservorräten. Geht der Wasserverbrauch zurück, kann dies zu verschiedenen Problemen führen.

  • Geringere Wassererneuerung und längere Verweildauer im Verteilnetz, was die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen kann
  • Überkapazität bei ursprünglich zu gross konzipierten Anlagen
  • Steigende Wasser- und Abwasserpreise, um die mehrheitlich fixen Kosten weiterhin decken zu können
  • Stärkere Ablagerungen im Kanalisationsnetz infolge sinkender Fliessgeschwindigkeit des Wassers, was häufigeres Spülen der Kanalisation erfordert
 

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