Trinkwasser
 

Netzwerke garantieren genügend Wasser


Angst vor Feuer wirkte innovationstreibend

Schweizer Städte führten im ausgehenden 19. Jahrhundert Netzwerke zentraler Wasserversorgungen ein. Deren Leitungen standen unter Druck, was garantierte, dass immer genügend Wasser im gesamten Netz garantiert werden konnte. Innovationsfördernd wirkte dabei die Angst vor grossen Feuersbrünsten. Kantonale Feuerversicherungen begannen aus diesem Grund sogar, den Ausbau der Wasserversorgung zu subventionieren.

Trügerische Sicherheit

Trinkwasser musste bei Choleragefahr abgekocht werden

Bis zur Entdeckung der Krankheitserreger Cholera (1883) und Typhus (1906) galt Trinkwasser als ungefährlich. Dem Wasser als Infektionsweg wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die weitläufige Vernetzung innerhalb der Städte konnten sich deshalb solche Keime ausbreiten und Epidemien auslösen. Als erste Massnahme gegen krankmachende Keime wurde das Trinkwasser abgekocht. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden laufend neue Reinigungsverfahren entwickelt.

Vor allem im 19. Jahrhundert traten in europäischen Städten häufig katastrophale Epidemien auf. Bis zu 50% der erkrankten Menschen starben. Aber auch in jüngerer Vergangenheit gibt es Beispiele von Trinkwasserverunreinigungen grösseren Ausmasses:

  • 1855 kam es in Zürich zu einer Choleraepidemie und 1864/65 zu einer Typhusepidemie.
  • 1963 führte das Einleiten ungeklärten Abwassers in die Trinkwasserfassung von Zermatt zu einer Typhusepidemie mit über 430 Erkrankten und drei Todesfällen.
  • 1998 kam es in La Neuveville zu einer Verschmutzung des Trinkwassers durch Abwasser mit zirka 1600 Erkrankten. Knapp 80% der Bevölkerung waren betroffen.
  • Rund 200 Menschen sind nach der Trinkwasserverschmutzung Anfang Februar 2008 in Adliswil erkrankt, als 60'000 Liter Schmutzwasser ins Trinkwasser gelangten.
 

Badezimmer und Küchen

Die Nasszelle als Errungenschaft

Die Entwicklung von Badezimmern und Küchen mit permanentem Wasseranschluss erfolgte schrittweise. Zunächst wurden die Grundstücke an das Wassernetz angeschlossen, anschliessend zog man Leitungen in die Küche.

Toilette, Bad und Dusche verbreiteten sich in den Schweiz Städten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In ländlichen Gebieten dauerte es manchmal bis nach dem 2. Weltkrieg. 

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