Einwandfreie Trinkwasserqualität ist heute sichergestellt

(19.06.17) Mittelfristige Massnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen und damit zur Sicherung der nachhaltigen Wasserversorgung sind dringend notwendig.

In der NZZ von gestern erschien ein Beitrag über die Pestizidbelastung des Grundwassers in der Schweiz. Der SVGW konnte dabei seine Anliegen betreffend einem konsequenteren Schutz der Trinkwasserressourcen einbringen. Wichtig ist es zu differenzieren, dass die heutige Trinkwasserqualität nach wie vor sehr gut ist, dass es aber mittel- und langfristig wirksame Massnahmen zum Schutze der sensiblen Trinkwasserressourcen braucht.

Die Trinkwasserressourcen der Schweiz sind unter Druck, sei es durch Siedlungsentwicklung, durch intensive Landwirtschaft mit Pestizideinsatz, den Verkehr oder auch den Pestizideinsatz in privaten Gärten.

Der SVGW hält dazu fest, dass die Wasserversorgungen nach wie vor einwandfreies Trinkwasser verteilen, das man bedenkenlos trinken kann. Dass die Branche die Transparenz nicht scheut, zeigt sich unter anderem daran, dass rund 800 Wasserversorger ihre Qualitätsdaten leicht zugänglich auf dem Web präsentieren. Würden Höchstwerte von Pestizidbelastungen im verteilten Trinkwasser festgestellt, würde es unter www.wasserqualitaet.ch angegeben werden.

Heute kann 70% des Trinkwassers natürlich und mit einfacher Aufbereitung verteilt werden. Für dieses Privileg der Schweiz, das wir mittel- und langfristig ohne wirksame Massnahmen verlieren werden, lohnt es sich zu kämpfen.

Messreihen von Bafu und auch der Eawag zeigen, dass immer mehr Stoffe im Grundwasser, der Haupt-Trinkwasserressource nachweisbar sind, und dies in teilweise steigenden Konzentrationen. Es kommt vermehrt auch zu Überschreitung des Anforderungswert gemäss Gewässerschutz-Gesetzgebung, vor allem in Gebieten mit Intensivlandwirtschaft. Dies ist als klares Indiz zu deuten, dass es nun wirksame Massnahmen für den langfristigen Schutz der Trinkwasserressourcen und damit der nachhaltigen Wasserversorgung braucht. Gesundheitliche Auswirkungen für den Menschen haben die Überschreitungen nach heutigem Wissenstand nicht. Erstmal trifft es die Lebewesen im Ökosystem Wasser, die wesentlich empfindlicher sind und den Schadstoffen permanent ausgesetzt sind.

Der SVGW fordert aufgrund des skizzierten, zunehmenden Druckes auf dem Grundwasser griffige und konkrete Massnahmen und setzt sich aktiv für folgende Ziele ein:

  • Vorsorge im Sinne des Ressourcenschutzes geniesst oberste Priorität. Die jüngste Gfs-Umfrage des SVGW bestätigt, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung ein pestizidfreies, natürliches Trinkwasser fordert.
  • Die Trinkwasserressourcen müssen besser geschützt werden, es braucht ein weitläufigeres Verbot von Pestiziden im Einflussbereich um die Wassergewinnungsstellen. Ein flächendeckendes Verbot ist jedoch aus Sicht der Trinkwassersicherheit nicht unbedingt angezeigt.
  • Die Interessen des Trinkwasser-Ressourcenschutzes müssen in die nächste Agrarreform (Agrarpolitik 22) einfliessen und berücksichtigt werden.
  • Die geltende Gesetzgebung muss konsequenter vollzogen werden.
  • Die strategisch wichtigen Trinkwasser-Ressourcen müssen planerisch im Raumplanungsgesetz verankert und damit für kommende Generationen geschützt bleiben.
  • Selbstverständlich braucht es auch einen bewussteren Umgang mit Alltagschemikalien, Putzmitteln und möglichst keine Pestizide in Privatgärten.
  • Und ganz wichtig und aktuell fordert der SVGW auch eine Überprüfung des Zulassungsverfahrens von Pestiziden bzw. die Übertragung dieser Aufgabe an eine unabhängige Stelle. Kassensturz berichtete in der Sendung vom 13. Juni 2017, dass das Bundesamt für Landwirtschaft wissentlich massiv zu hohe Risiken zuliess.
  • Gegenüber den sich im Sammelstadium befinden Pestizidinitiativen ist der SVGW zurückhaltend. Er hat Sympathien mit der Initianten, möchte aber den Landwirten nicht vorschreiben, wie sie zu produzieren haben. Der SVGW fordert aber Anpassungen der Bewirtschaftungsformen im Einflussgebiet der Wasserfassungen. Im Fokus des SVGW steht ein möglichst sauberes Rohwasser sichern zu können.

Den Mitgliedern des SVGW steht im Intranet ein umfassendes Positionspapier zur Verfügung.

 

 

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